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Woher kommt denn der Begriff Karneval?
Das Wort Karneval stammt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „das Fleisch geht“, denn der Religion nach darf der Gläubige von Aschermittwoch bis Karfreitag kein Fleisch essen.Im 16. und 17. Jahrhundert war die Hauptsache des Karnevals das „Fressen“ und dementsprechend fanden viele Fressorgien statt. Es galt als etwas sehr besonderes in dieser Zeit Fleisch zu verspeisen und dies fand nur zu besonderen Anlässen statt.
Nun brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Menschen vor dem Aschermittwoch noch mal so richtig feiern wollen und die „Sau“ raus lassen.
Karneval wird auch als Fastnacht oder Fasching und fünfte Jahreszeit bezeichnet. Während dieser Zeit haben sich die verschiedensten Bräuche entwickelt.
Betrachtet man die chronologische Geschichte des Begriffs, so ist zur Antike zu sagen, dass der Vorläufer des Faschings schon vor 5000 Jahren gefeiert wurde und zwar in einem Land mit den ersten urbanen Kulturen, dem Zweistromland.
Aus einer altbabylonischen Inschrift, die aus dem 3. Jahrtausend vor Christus stammt, verkündet, dass der Priesterkönig Gudea nach Neujahr immer ein siebentägiges Fest feierte und dieses als Symbol zur Hochzeit einer Gottheit stattfand.
Auf der Inschrift steht:
„Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“ (Quelle Wikipedia).
In dieser Zeit kommt es das erste Mal vor, dass eine Gleichheit zwischen den Menschen angestrebt wurde. In vielen anderen Kulturen wie beispielsweise Ägypten, Griechenland und Italien feierte man ähnliche Feste. Die Ägypter feierten die Göttin Isis, die Griechen die Gottheit Dionysos und die Römer ihren Gott Saturn.
Jedes Fest hatte ein öffentliches Gelage und alle Gesellschaftsklassen nahmen daran teil. Hinrichtungen fanden statt, Sklaven und Herren vertauschten ihre Rollen, speisten gemeinsam an myrtenbekränzten Tischen, wechselten freie Worte und bewarfen sich mit kleinen Röschen. Heutzutage nehmen wir an, dass daher die Konfettis stammen.
Bei den Römern gab es farbenfreudige Prunkzüge und ein geschmückter wagen der ein Schiff darstellte wurde umhergezogen.
Es besteht jedoch starker Zweifel, dass die Feste wie Lupercalien und Saturnalien als Grund der Fastnacht stehen. Die vielen Masken, Bräuche und Figuren enthalten auch vorchristliche sowie keltische Sitten und Bräuche, die einen Wechsel von Winter zum Sommer ankündigten.
Mit den Masken versuchten die Menschen den Winter zu beenden, ja gar zu vertreiben. Je hässlicher die Maske, desto schneller ging der Winter vorüber und das Sommerhalbjahr begann.
In neuster Forschung wird jedoch auch die Theorie der Germanen angezweifelt und sie besagen, dass unser heutiger Karneval aus einem christlichen Fest stammt. Der Zweifel an jeder Theorie, dass der Karneval eine germanische oder keltische Sitte ist, ist auch heute noch vertreten. Dies ist auch der Grund, warum über mehrere Jahrhunderte keine Feiern des Karnevals stattfanden. Erst später wieder kam man auf das Fest zurück im Mittelalter im Zusammenhang mi der Fastenzeit.
Während des Mittelalters feierten die Menschen auch in den Kirchen Europas Fastnacht und daher fanden sehr viele Narrenfeste in der Zeit vom 12. bis zum 16. Jahrhundert statt. Normale Sterbliche übernahmen die Funktionen und Aufgaben der hochrangigen Geistlichkeit und genossen dementsprechend auch deren Privilegien. Es wurde vom Volk ein Pseudopapst gekürt und mehrere Rollentäusche fanden statt. Es fanden etliche Narren.- sowie Eselsmessen statt, die überall bekannt waren.
Im Mittelalter bezieht sich der Karneval auf die augustinische Lehre des Zwei-Staaten-Modells, wo er für „Civitas Diaboli“-dem Teufels Staat stand. Die Kirche duldete die Menschen, die Fastnacht feierten, um darzustellen, dass der Staat des Teufels als auch der Mensch vergänglich war und letztendlich Gott und seine Macht auf Erden siegt. Am Aschermittwoch endete daher die Fastnacht.
Erst im 14. und 15. Jahrhundert feierte man ausgiebig in deutschen Gebieten Fastnacht, wie beispielsweise bei den Nürnberger Schembartläufen. Der Narr und sein Einzug kamen zu dieser Zeit dann auch ins Spiel und zeigten wiederum Vanitas (Vergänglichkeit) an.
Leider gehörten viele Bräuche des Karnevals in der Neuzeit der Vergangenheit an, weil die Reformation die Fastenzeit, sowie die Fastnacht abschaffte. Auch heute noch steht der Karneval als Sinnbild für die katholische Mentalität. In vielen katholischen Gebieten Deutschlands fanden Karnevals statt und bald brach dann auch ein Fastnachtboom in den 90iger Jahren im evangelischen Raum ein.
Zur Zeit des Rokokos und Barock feierte man auf Schlössern und Höfen berauschende Faschingsfeste. Die Gäste trugen prunkvolle Masken, wie man sie aus Dantes Werk der italienischen „Commedia dell `Arte“ kennt.
Im 19. Jahrhundert plane das Bürgertum in Rheinland die Festveranstaltungen. Es fanden etliche Maskenbälle statt und es kam 1823 in Köln zur Wiedergeburt der Strassenfastnacht, unser heutiger Karneval.
In anderen Ländern wie den USA und England konnte sich der Karneval nicht etablieren, außer in New Orleans, wo man ihn Marti Gras nennt.






